Kein Kuchen ist auch keine Lösung

Kein Kuchen ist auch keine Lösung

In dem heutigen Beitrag möchte ich euch einen ganz interessanten Menschen vorstellen. Für Doreen Z., gelernte Bürokauffrau, ist „kein Kuchen auch keine Lösung“. Doreen lebt mit ihrem Mann und zwei Hunden in der Nähe von Köln, reist sehr gerne um die Welt und ist nebenbei leidenschaftliche Hobbybäckerin. Schaut man sich ihre Tortenkunstwerke einmal an kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, eine Torte ist aufregender und extravaganter als die andere und insbesondere ihre Teapot Torte hat mich besonders umgehauen und mich dazu gebracht zu Doreen Kontakt aufzunehmen.

Wenn ihr Wissen möchtet worauf ihr bei der Wahl der Hochzeitstorte aus Sicht einer Tortenkünstlerin achten solltet und was ihrer Meinung nach absolute No Go’s sind, solltet ihr euch das nachfolgende Interview unbedingt durchlesen.

F: Wie bist du eigentlich zum Backen gekommen?

A: Tja das Thema Backen hat mich ein wenig überrollt. Im April 2014 bekamen wir die Einladung zur einer Hochzeit einer lieben Freundin im Mai 2014 und als Überraschung wollte ich ihr eine Hochzeitstorte machen. Ich habe mich also gleich auf die Königsdisziplin gestürzt und nicht erst mal mit einer schlichten Geburtstagstorte angefangen.

F: Daher dann auch die Leidenschaft zu extravaganten Torten, sie sollten etwas besonderes sein?

A:Richtig, ich machte mich erst einmal auf ins World Wide Web, um mich zu informieren was ich dafür alles brauchte. Dabei prasselte eine für mich damals total verrückte Welt auf mich ein, denn Wörter wie Fondant, Ganache, Cake Frame, Silikonmoulds usw. waren für mich Fremdwörter und ich musste wirklich viel lesen und auch einiges an Arbeitsmaterial musste besorgt werden. Aber ich war sofort Feuer und Flamme und tauchte ein in eine mir neue Welt. Neu deshalb, weil ich früher außer Berliner, Erdbeer- und Käsekuchen absolut keinen Kuchen gegessen habe. Und heute ist „kein Kuchen auch keine Lösung“.

F: Zu welchen Anlässen zauberst du deine Kunstwerke?

A: Da ich nur eine Hobbybäckerin und Tortenkünstlerin bin, ist mir leider das berufliche Arbeiten auf dem Gebiet der Motivtorten hier in Deutschland verwehrt. Es sei denn man versucht eine Sondergenehmigung zu beantragen. Wobei dies allein nicht reicht, denn das Gesundheitsamt hat strenge Auflagen wenn es um die Küche und Hygiene geht. Daher freue mich über jede Gelegenheit, d.h. jeden Geburtstag, jede Taufe, Kommunion, Hochzeit usw. wo ich mich kreativ auslassen kann. Am liebsten habe ich es, wenn mir nicht so viele „Vorgaben“ für die Torte gemacht werden, denn dann kann ich meiner Phantasie freien Lauf lassen und meist sieht man das den Torten auch an. Wenn es um Hochzeit und Kommunion/ Konfirmation geht, dann haben aber die meisten schon eine Vorstellung wie die Torte werden soll. Ich bespreche dann mit den Freunden die Torte, d.h. wie groß soll sie werden und welche Geschmacksrichtung ist gewünscht. Ebenso werden Details besprochen, Blumen und andere Dekoteile. Wenn ich jedoch eine Geburtstagstorte mache, die ja immer eine Überraschung ist, dann überlege ich mir immer was der oder diejenige am liebsten mag, isst, trinkt, macht, tut usw. Wenn ich mir die ersten Notizen zur Torte gemacht habe, dann surfe ich ein wenig durchs Netz, sammle Inspirationen und zeichne meine Torte vor. Und dann geht es auch schon los mit dem Modellieren der Deko, denn die bereite ich gern schon im Vorfeld vor.

F: Besonders interessant finde ich deine Teapot Torte, wie kommt man auf so eine Idee?

A: Meine Teapot Torte, ich liebe sie. Bei der Recherche für eine andere Torte bin ich im Internet vor einer kleinen Ewigkeit über eine Teapot Torte gestolpert und fand sie toll. Leider kann man nicht jedem eine solche Torte backen, denn es muss ja schon zum Geburtstagskind passen. Aber man muss sich auch zutrauen, eine Torte in 3D zu machen. Das hätte ich mich vor einem Jahr noch nicht getraut. Aber jetzt im Januar 2016 hatte ich endlich die Gelegenheit, die Erfahrung und den Mut für eine Freundin eine solche Torte zu machen. Beim Stil beziehungsweise dem Design stellten sich mir gar keine Fragen, ich liebe den Landhaus-Stil, Shabby oder Vintage Look. Ich finde es hat etwas unglaublich gemütliches und angenehmes, man möchte sich gleich an den Tisch setzen und mit Oma, Tante, Freundin oder Mama über alles Mögliche reden und dabei ein leckeres Stück Kuchen essen und eine Tasse Kaffee trinken.

F: Wie würde eigentlich deine Traumhochzeitstorte aussehen?

A: Das ist wirklich nicht so leicht zu beantworten, weil es einfach so unendlich viele Möglichkeiten für eine Torte gibt. Es gibt drei Varianten die mir besonders gut gefallen und aus denen ich wählen müsste. Jedoch wäre jede Torte ohne Frage eine romantische Torte.
1. Möglichkeit: Eine Hochzeitstorte im Korsettstyle mit Zylinder finde ich wahnsinnig schön. Also so in die Richtung Steam Punk und hoffe darauf, dass bald jemand im Freundeskreis heiratet der sich so eine Torte wünscht, damit ich solch eine Torte zaubern kann.
2. Möglichkeit: Eine schwarz gekälkte Hochzeitstorte käme auch in Betracht. Ich finde sie sehen wunderschön aus und haben auch so etwas Gemütliches, Romantisches.
3. Möglichkeit: Eine Hochzeitstorte mit einem Meer aus Rosen in Pastellfarben.

F: Und was wären für dich absolute No Go’s bei einer Hochzeitstorte?

A: No Go‘s bei Hochzeitstorten sind für mich alle, die es blutig mögen. Ich habe schon Hochzeitstorten mit „abgeschnittenen Köpfen“ gesehen, nach dem Motto, bis das der Tot uns scheidet. Ich persönlich finde das geschmacklos, aber das sieht auch jedes Brautpaar anders. Allerdings würde ich es ablehnen eine solche Torte zu machen. Die Hochzeit ist mit das größte, schönste und romantischste was ein Paar zusammen erleben kann und genau so sollte eine Hochzeitstorte gestaltet sein.

F: Zu guter Letzt, was würdest du zukünftigen Brautpaaren als Tipps mit auf den Weg geben bezüglich der Tortenwahl?

  • Schaut Euch nicht zu viele Torten an. Es verwirrt nur und die Entscheidung wird dadurch nicht leichter.
  • Überlegt Euch, wann die Torte präsentiert/serviert werden soll. Nachmittags muss die Torte größer sein als abends/nachts. Denn abends/nachts essen nicht mehr so viele Leute etwas Süßes.
  • Der Trend geht im Moment dahin, dass eine Hochzeitstorte in Kombination mit kleinen Minitörtchen oder Cupcakes gewünscht wird. Ich gebe zu, dass sieht wunderschön aus. Aber es macht auch viel mehr Arbeit und benötigt deshalb mehr Zeit, welche sich der Konditor auch bezahlen lässt. Fragt Euch, ob Euch dieser Mehrpreis es Wert ist. Die meisten Gäste sind glücklich, wenn Sie ein Stück von Eurer Hochzeitstorte bekommen.
  • Überlegt Euch die Füllungen evtl. schon im Vorfeld. Welche Geschmacksrichtung soll es sein? Etwas mit Sahne ist nicht so lange haltbar wie eine Füllung mit Mascarpone usw.
  • Wenn Ihr Euch zum Beispiel die obere Etage für zu Hause als Deko aufheben wollt, ist das erstens eine schöne Idee und zweitens günstiger. Denn für diese Etage kann dann ein Dummie verwendet werden.
  • Kümmert Euch rechtzeitig um die Torte, denn auf die schnelle eine schöne Torte zu bekommen ist fast unmöglich. Und Ihr wollt Euch den Stress für Euren schönsten Tag sicher nicht antun, dass Ihr vielleicht eine Torte bekommt, die Euch nicht gefällt.

Ihr kennt jemanden oder ihr selber macht etwas ganz besonderes was mit dem Thema Hochzeit zu tun hat und möchtet auch bei uns im Magazin erscheinen? Dann schreibt uns doch einfach mal eine E-Mail, vielleicht stellen wir schon bald dich vor!

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